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2026 wird ein Jahr des Um- und Aufbruchs: Jahresauftakt-Pressekonferenz des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz und Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen
• Die Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen: Ein modernes Tagungs- und Veranstaltungshaus in der Rhein-Main-Region
• Die rheinland-pfälzischen Sparkassen mit guter Geschäftsentwicklung 2025: Kreditnachfrage zieht deutlich an
• 2026 wird ein Jahr der digitalen Innovation: Geplante Markteinführung des digitalen Depots „S Neo“ und die Weiterentwicklung von WERO
Der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und richtet seinen Fokus auf die Herausforderungen und Chancen, die das Jahr 2026 mit sich bringen wird. Im Rahmen der Jahresauftaktpressekonferenz wurden nicht nur aktuelle vorläufige Zahlen und Entwicklungen der rheinland-pfälzischen Sparkassen vorgestellt, sondern auch ein bedeutendes regionales Highlight gefeiert: die Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen, das bis Anfang 2020 Verbandssitz war.
Schloß Waldthausen als modernes Tagungs- und Veranstaltungshaus
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wird Schloß Waldthausen gelegen im Lennebergwald zwischen Mainz und Budenheim, künftig als modernes Tagungs- und Veranstaltungshaus genutzt und bietet damit eine außergewöhnliche Location für Konferenzen und Events. Verantwortlich für die Renovierung ist der europaweit tätige Seminaranbieter Chateauform, der die Räumlichkeiten mit besonderem Augenmerk auf Funktionalität und Atmosphäre umgestaltet hat.
„Unser ehemaliger Verbandssitz Schloß Waldthausen wird durch die Renovierung zu einem bedeutenden Standort und Leuchtturm für geschäftliche Veranstaltungen sowie kulturelle Highlights in Rheinland-Pfalz – und der gesamten Rhein-Main-Region. Das wird eine positive Wirkung auf den Tourismus in unserem Land haben“, erklärt Thomas Hirsch, Präsident des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz. „Wir begrüßen diese Entwicklung als einen weiteren Schritt in Richtung einer noch stärkeren regionalen Vernetzung und wirtschaftlichen Stärkung.“
Stärkung der Region als internationalen Wissensstandort
„Schloß Waldthausen als modernes Tagungs- und Veranstaltungshaus stärkt nicht nur Mainz als Landeshauptstadt, sondern trägt auch dazu bei, die Region Rheinhessen sowie Rheinland-Pfalz insgesamt als Innovations- und Tagungsstandort von internationaler Strahlkraft weiter auszubauen. In den vergangenen Jahren und Monaten haben sich einige international tätige Unternehmen für eine Ansiedlung oder Unternehmenserweiterung am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz entschieden. Für diese Unternehmen sowie für den bundesweiten und auch internationalen Geschäftstourismus bietet das Schloß Waldthausen zukünftig ein weiteres herausragendes Angebot für Tagungen und Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz. Schloß Waldthausen wird künftig als Magnet für nationale und internationale Veranstaltungen wirken und somit einen wertvollen Beitrag zur Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit unsers Landes leisten“, sagt Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.
Nino Haase, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, unterstreicht: „Mit der Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen wird ein Ort der Mainzer Geschichte neu belebt. Das Schloss ist ein Juwel und stärkt Mainz und die Region nun auch als internationalen Wirtschafts- und Wissensstandort. Als eine Stadt mit reicher europäischer Geschichte ist Mainz ein idealer Treffpunkt für Menschen aus ganz Europa, die an neuen Ideen arbeiten. Gerade in der aktuellen Zeit sind solche Orte des internationalen Austauschs besonders wichtig.“
Stephan Hinz, Bürgermeister von Budenheim, ergänzt: „Die Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen ist ein großartiges kulturelles und wirtschaftliches Signal, das weit über Budenheim hinausstrahlt. Ich freue mich, dass dieses Juwel wieder erlebbar wird und einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität unserer Heimat leistet.“
Jérôme Claus, bei Chateauform zuständig für die Immobilienentwicklung in Nordeuropa, ergänzt: „Unser Konzept für Schloß Waldthausen ist ein Beispiel für unser Engagement, authentische historische Gebäude in moderne, funktionale Eventlocations zu verwandeln – ohne die Geschichte des Ortes und Gebäudes umzuschreiben. Wir sind stolz darauf, mit dieser einzigartigen Immobilie zur Stärkung der Tagungslandschaft in Rheinland-Pfalz und der Rhein-Main-Region beizutragen.“
Finanzielle Ergebnisse der rheinland-pfälzischen Sparkassen
Neben den Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung von Schloß Waldthausen, richtete sich der Blick auf die vorläufigen Geschäftszahlen und Entwicklung der rheinland-pfälzischen Sparkassen. Zum 30. November 2025 konnten die rheinland-pfälzischen Sparkassen eine positive Entwicklung ihrer Geschäftszahlen verzeichnen. Die Bilanzsumme stieg um 1,4 % auf insgesamt 75,8 Milliarden Euro.
Im Kreditgeschäft wurde ein Anstieg des Bestandes im Kundengeschäft von 657 Millionen Euro (+1,2 %) auf 54,3 Milliarden Euro erzielt. Das Darlehensneugeschäft wuchs signifikant um 16,3 % auf 8,2 Milliarden Euro, wobei insbesondere im Privatkundengeschäft ein Anstieg von 22,7 % auf fast 3,6 Milliarden Euro verzeichnet wurde. In der Wohnungsbaufinanzierung war ein bemerkenswerter Zuwachs von 27,4 % zu beobachten.
Nichtsdestotrotz fehlten laut einer aktuellen Auswertung des Pestel-Instituts allein in Rheinland-Pfalz Ende 2024 knapp 133.000 Wohnungen. Diese Anzahl könne bis 2030 auf 153.000 steigen. Das Land will dem mit aufgelegten Förderprogrammen begegnen. Unsere Sparkassen unterstützen zusammen mit der vom Land unterstützten Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) sowie weiterer Kreditinstitute dabei, dass die soziale Wohnraumförderung in den Regionen ankommt. Die Fördermittel werden in der Regel in Form von zinsgünstigen Darlehen bereitgestellt. So wurden 2025 von der ISB für selbst genutztes Wohneigentum insgesamt 89,2 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt (+ 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum). Bei der Mietwohnraumförderung stieg die Summe der Förderzusagen von 244,5 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 414,3 Millionen Euro im Jahr 2025 (+ 69,5 %).
Die Einlagen stiegen um 1,5 % auf 58,3 Milliarden Euro. Dabei wuchsen täglich fällige Gelder um 5,4 % auf 40,2 Milliarden Euro, während längerfristigere Sparformen spürbar zurückgingen (um 6,6 % auf 6,7 Milliarden Euro). Dies spiegelt die geopolitische und wirtschaftliche Situation wider, die bei unseren Kundinnen und Kunden zu Unsicherheiten führen, in denen sie flexibel sein wollen.
Die Nachfrage nach Wertpapierprodukten wächst stetig
Das Wertpapiergeschäft weist eine stabile Entwicklung auf. Das Umsatzvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16 % auf über 10 Milliarden Euro. Der Nettoabsatz bei Investmentfonds betrug 851 Millionen Euro. Dadurch wird deutlich, dass zunehmend mehr Menschen bei ihrer Vermögensanlage sowohl offener für langfristige Kapitalmarktprodukte wie beispielsweise Aktienfonds werden als auch vermehrt die Möglichkeit der Liquiditätsanlage in Geldmarktfonds nutzen. Dafür bieten unsere Sparkassen kompetente Beratung, um unsere Kundinnen und Kunden dabei zu unterstützen, ihr Geld angepasst an ihre individuelle Lebenssituation anzulegen.
Digitale Selbstentscheider rücken in den Mittelpunkt
Seit vielen Jahren engagieren sich die Sparkassen erfolgreich in der Finanzbildung. Beispielsweise mit dem „Planspiel Börse“, das 2025 über 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz zählte. Es ermöglicht jungen Menschen einen spielerischen Zugang zu den Kapitalmärkten. Dabei lernen Sie, wie die Werkzeuge des Kapitalmarktes funktionieren. Finanzielle Bildung fördert die Selbstwirksamkeit der Bürger und ihre Teilhabe an der Gesellschaft, indem sie ihnen hilft, fundierte Entscheidungen in den Bereichen Geldanlage, Vorsorge und Haushaltsmanagement zu treffen.
Die Sparkassen, auch in Rheinland-Pfalz, setzen mit der für das erste Halbjahr 2026 geplanten Markteinführung des digitalen Selbstentscheider-Depots, „S Neo“, einen klaren Schritt in Richtung „Digitalisierung und Kundenorientierung“. Dieses Angebot wird in die Sparkassen-App integriert. „Wir wollen vor allem junge, digitale Selbstentscheider ansprechen und mit einem attraktiven Preismodell im Wettbewerb mit Neo-Broker-Konkurrenten bestehen“, sagt Roman Frank, Geschäftsführer des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz.
Die nächsten Meilensteine für WERO
Mit WERO bieten die Sparkassen eine europäische Zahlungslösung an, die echte digitale Souveränität im Zahlungsverkehr schafft. Aktuell haben bereits über 2 Millionen Sparkassen-Kundinnen und -Kunden WERO aktiviert. Besonders seit dem Start im E-Commerce wächst die Nutzerbasis rapide, und WERO ist mittlerweile bei großen Händlern wie Eventim, Lidl und Decathlon eingebunden. Insgesamt bieten aktuell rund 150 große Onlinehändler WERO als Bezahlmethode an oder werden dies zeitnah tun. Zahlungen im stationären Handel werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 möglich sein.
„Während der Digitale Euro viele Fragen aufwirft und auch Risiken mit sich bringen würde, schafft WERO eine faire, datensparsame und bankenbasierte Lösung für den europäischen Zahlungsverkehr“, betont Hirsch.
Ausblick auf das Jahr 2026: Wirtschaftliche Kraftanstrengungen
Das Jahr 2026 wird für die rheinland-pfälzischen Sparkassen im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation im Land ein Jahr mit absehbaren Kraftanstrengungen. „Die Sparkassen werden auch 2026 als stabile Partner an der Seite der Menschen und Unternehmen in Rheinland-Pfalz stehen“, macht Hirsch deutlich. Bäckerinnungsvorstand Claus Becker erläutert: „Die Handwerksbetriebe benötigen dringend mehr Planungssicherheit, um ihre Dienstleistungen effizient anbieten zu können. Gleichzeitig muss die Bürokratie abgebaut werden, um den Betrieben den Rücken zu stärken. Ein praktisches Beispiel in meinem Bäckerhandwerk für eine spürbare Erleichterung wäre, die drei Stunden Backzeitvorgabe für Sonntags – oder konkret das Arbeitszeitgesetz – endlich zu lockern. Es ist wichtig, dass wir den Fokus auf einfache, praxisnahe Regelungen legen, die den Arbeitsalltag erleichtern, anstatt ihn unnötig zu verkomplizieren.“
Verbandspräsident Hirsch unterstreicht: „Wir unterstützen den Vorstoß für weniger Bürokratie – das muss dringend kommen, um wieder effizienter arbeiten zu können. Das gilt nicht nur für das Handwerk, sondern auch für die Finanzbranche und hier insbesondere für die regionalen Institute, wie unsere Sparkassen. Wir setzen auf Innovationen und digitale Lösungen, um den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden gerecht zu werden. Dabei haben wir unsere Verantwortung für die Region und ihre wirtschaftliche Entwicklung stets im Blick.“

v.l.n.r.: Edwin Mason (Gastgeber Schloß Waldthausen), Roman Frank (Geschäftsführer Sparkassenverband Rheinland-Pfalz), Wirtschafts-Staatssekretärin RHeinland-Pfalz Petra Dick-Walter, Jerome Claus (Chateauform), Nino Haase (Oberbürgermeister Mainz), Marjorie Claus (Chateauform), Julia Mason (Gastgeberin Schloß Waldthausen), Thomas Hirsch (Präsident Sparkassenverband Rheinland-Pfalz), Manuela Matz (Wirtschaftsdezernentin Stadt Mainz), Stephan Hinz (Bürgermeister Budenheim)
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Thobias Quaß
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