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Verbandsversammlung beim Sparkassenverband Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen – Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater liefert Marktanalyse und Zukunftsperspektiven

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• Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr und Ausblick auf kommende Herausforderungen. Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, gab Einblicke in die aktuellen Marktentwicklungen und die Chancen von 2026.

• 2026 wird ein weiteres Jahr der Umbrüche werden. Digitale Finanzdienstleistungen sind wichtige Wachstumstreiber und Sparkassen bleiben stabile regionale Partner für Innovation sowie europäische Unabhängigkeit im Finanzmarkt.

• Fokus auf Zusammenarbeit und Innovationen im Finanzsektor, besonders bei der Weiterentwicklung von WERO und der geplanten Einführung des digitalen Euro.

• Der 2. Rheinland-Pfälzische Sparkassentag am 3. September 2026 wird Plattform für Innovationen im Finanzsektor und die Stärkung der regionalen Wirtschaft sein.

In seiner Verbandsversammlung zog der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) eine Bilanz über ein ereignisreiches Jahr und gab einen Ausblick auf die bevorstehenden Herausforderungen und Chancen für 2026 – unterstützt durch Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Die globalen Märkte sind aktuell von vielen Unsicherheiten und Herausforderungen geprägt. Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Umbrüche und technologische Veränderungen bestimmen das Bild. Verbandspräsident Thomas Hirsch betonte in seiner Eröffnungsrede: „Die Sparkassen sind und bleiben auch in Zukunft verlässliche Partner. Wir tragen eine gesellschaftliche Verantwortung, um mit starken Lösungen zur Sicherung der Zukunft beizutragen.“

Große Themen beherrschten die Diskussion

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die zunehmende Komplexität der regulatorischen Anforderungen und die fortlaufende Digitalisierung, die die Finanzbranche vor immer neue Herausforderungen stellen. In seiner Rede ging Hirsch auf die Herausforderungen durch geopolitische Risiken, den digitalen Euro und die sich entwickelnde regulatorische Landschaft ein. „Die Sparkassen müssen in dieser dynamischen Zeit ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen, um weiterhin als stabiler Partner für unsere Kommunen und die Menschen in Rheinland-Pfalz agieren zu können – das muss sich bspw. beim digitalen Euro in einem echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden sowie bei den regulatorischen Anforderungen in spürbaren Vereinfachungen für unsere Häuser widerspiegeln“, so Hirsch.

Nach der Verabschiedung von Peter Hähner, Regionalvorstand bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der nach mehr als zehn Jahren bei der LBBW in den Ruhestand tritt, war der exklusive Vortrag von Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater ein Highlight der Verbandsversammlung des SVRP. In diesem gab er einen tiefen Einblick in die aktuellen Marktentwicklungen und warf einen Blick auf das kommende Jahr 2026.

Ein Ausblick auf 2026

„2026 könnte erneut ein Jahr des Umbruchs werden, genauso wie es 2025 war“, sagt der Deka-Chefvolkwirt und verwies auf die weltwirtschaftlichen Herausforderungen und globalen Spannungen. „Die Ära der globalisierten Weltwirtschaft ist durch die US-Zollpolitik abgelöst worden. Die Weltwirtschaft bleibt trotz der neuen geoökonomischen Realität erstaunlich resilient. Es bleibt wichtig auf die Fundamentaldaten zu setzen. Sparkassen sind ein stabilisierender Faktor für die Wirtschaft und spielen als regionale Finanzierungspartner eine wesentliche Rolle“, so Kater.

Im Ausblick auf das kommende Jahr lud Hirsch schon jetzt zum 2. Rheinland-Pfälzischen Sparkassentag ein, der am 3. September 2026 stattfindet und eine Plattform für den Austausch über Innovationen im Finanzsektor sowie die Stärkung der regionalen Wirtschaft sein wird. „Für 2026 setzen wir weiter auf Zusammenarbeit und Weitblick. Wir stehen vor großen Aufgaben, wie etwa der geplanten Einführung des digitalen Euro, der uns allen – sollte er wirklich eingeführt werden – viel Fleiß und Geld abverlangen wird. Vor diesem Hintergrund müssen wir unsere eigenen Lösungen wie WERO weiter stärken,  um den eigenständigen europäischen Finanzmarkt der Zukunft mitzugestalten.“

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten auf den Märkten

Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater hebt mit Blick auf das Ende der globalisierten Weltwirtschaft hervor, dass Autokratien mit den Möglichkeiten der Wirtschaft immer mehr Macht erhalten. „Bestes Beispiel ist China, welches mittlerweile seine industriellen Kapazitäten massiv ausgebaut hat und nahezu die gesamte Welt versorgen könnte. Dieses Wachstum in China wird allerdings nicht in der Bevölkerung verteilt, sondern für die wirtschaftspolitischen Ziele der Einheitspartei eingesetzt. Das macht die chinesische Industrie unglaublich effizient – beispielsweise würde ein in den USA gefertigtes Smartphone fast doppelt so teuer sein wie aktuell. Nicht nur in diesem Kontext sind wir von ausländischen Mächten abhängig – und auch die USA reagierten auf diese Abhängigkeit, nämlich mit den besagten Zöllen. In diesem Umfeld funktioniert das deutsche Geschäftsmodell nicht mehr“, erläutert Chefvolkswirt Kater.

Zwischen Hoffnung und Vorsicht

Kater weiter: „Zwar hat das weltweite Wachstum einen Einbruch erfahren, aber auf niedrigem Niveau geht es voran. Wir gehen davon aus, dass Digitalisierung und Automatisierung weiterhin disruptiver Wachstumstreiber bleiben werden.“ Das Weltwachstum würde erst einbrechen, wenn die Länder sich komplett abschotten und aufhören würden, miteinander zu sprechen. „Allerdings hält die Weltgemeinschaft ein gewisses ‚Globalisierungsniveau‘ aufrecht, denn niemand hat Interesse daran, aufzuhören miteinander zu sprechen“, erklärt Kater. 

Dennoch bleibe die Unsicherheit ein ständiger Begleiter der Marktteilnehmer. Die Märkte in den USA und Europa, insbesondere in Deutschland, seien von divergierenden politischen sowie wirtschaftlichen Trends geprägt und müssten sich immer öfter gegen Angriffe des erstarkenden China verteidigen, erklärte Kater. Laut Kater werde schlechte Stimmung jedoch oft als Chance genutzt, da an den Märkten häufig unterschätzt würde, wie schnell sich positive Entwicklungen durchsetzen können, sobald die wirtschaftliche Lage sich stabilisiert. „Wir haben in Deutschland alle Voraussetzungen, in dieser neuen globalen Wirtschaftsordnung zu bestehen“, so Kater abschließend. 

SVRP-Höhepunkte des Jahres 2025:

• Delegationsreise nach Brüssel, um auf die regulatorischen Herausforderungen für die rheinland-pfälzischen Sparkassen aufmerksam zu machen.

• Wiederauflegung des Sparkassen Tourismusbarometers für Rheinland-Pfalz – und dessen Fortführung im Jahr 2026.

• Finalisierung des Umbaus von Schloß Waldthausen, das ab 2026 als internationales Seminar- und Tagungszentrum genutzt wird – die feierliche Wiedereröffnung findet am 23. Januar 2026 statt.

• Wahl von Karl-Josef Esch zum Landesobmann der rheinland-pfälzischen Sparkassen und die Berufung von Alexander Schaubeck zum stellvertretenden Geschäftsführer des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz.

• Zusammenarbeit mit der Versicherungskammer Bayern, der Provinzial Versicherung und der SparkassenVersicherung, um Elementarschadenversicherungen bezahlbar und präventiv zu gestalten.

• Über 24 Mio. Euro Förderleistungen, davon rund 8 Mio. Euro für Projekte, Vereine und Institutionen aus dem sozialen Bereich in Rheinland-Pfalz.

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Gruppenbild von der Verbandsversammlung.

v.l.n.r. Verbandsvorsitzender und Koblenzer Oberbürgermeister David Langner, Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater und Verbandspräsident Thomas Hirsch auf der Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz.

Kontakt

Thobias Quaß

Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
Vordere Synagogenstraße 2
55116 Mainz

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