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2. Rheinland-Pfälzischer Sparkassentag: Starke Signale für Region, Digitalisierung und Zusammenhalt

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Rund 300 Gäste aus Sparkassen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben beim 2. Rheinland-Pfälzischen Sparkassentag, der vom Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) organisiert und in der PYRAMIDE MAINZ ausgerichtet wurde, die zentralen Themen unserer Zeit diskutiert: Geopolitik, Tourismus und digitale Souveränität. Der Tag stand unter dem Motto „sicher – nachhaltig – gemeinsam“.

Thomas Hirsch, Präsident des SVRP in seiner Begrüßung: „Das erste Halbjahr 2026 hat uns noch einmal vor Augen geführt, in welchem Umfeld wir arbeiten: Geopolitische Unsicherheiten, eine gedämpfte Konjunktur, steigende Kosten und eine Wirtschaft, die auf Impulse wartet. Genau deshalb ist dieser Sparkassentag mehr als eine Veranstaltung. Er ist ein Zeichen dafür, dass die Sparkassen in Rheinland-Pfalz nicht abwarten, sondern gestalten. 

Gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft setzen wir heute die Themen, die morgen entscheiden: Wie finanzieren wir Investitionen? Wie sichern wir Wohneigentum? Wie bleiben wir digital souverän? Und wie halten wir unsere Regionen zusammen? Das sind keine abstrakten Fragen – das ist unser Alltag.“

Roman Frank, geschäftsführender Direktor des SVRP, ergänzt: „Auch wenn die Kreditnachfrage unter Druck ist und die Investitionszurückhaltung anhält – das Vertrauen in die Sparkassen ist ungebrochen. Wir sind da, wenn die Wirtschaft Rückenwind braucht. Der Sparkassentag steht heute genau dafür: für Verlässlichkeit, für Haltung und für den klaren Blick nach vorne.“

Politik und Sparkassen im Dialog: Stabilitätsanker und Partnerschaft

Prof. Dr. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), betonte die strukturelle Bedeutung der Sparkassen für Rheinland-Pfalz: „Deutschland braucht Wirtschaftswachstum. Aber Wachstum allein garantiert noch keinen Wohlstand. Entscheidend ist, was davon bei den Menschen ankommt. Sparkassen stärken den Mittelstand in den Regionen und geben allen Menschen die Möglichkeit, selbst Vermögen aufzubauen und für ihre Zukunft vorzusorgen. Beides gehört seit über 200 Jahren zu unserem Auftrag – in Rheinland-Pfalz genauso wie in ganz Deutschland.“

Ministerpräsident Gordon Schnieder: „Die Sparkassen sind ein unverzichtbarer Partner für unser Land. Sie sind nah dran an den Menschen, kennen unsere Unternehmen und sind fest in unseren Städten und Gemeinden verwurzelt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir solche starken Partner für unsere regionale Wirtschaft. Als Landesregierung wollen wir die wirtschaftliche Stärke unseres Landes sichern, unseren Mittelstand unterstützen und unseren Kommunen neue Spielräume eröffnen. Mit dem Rheinland-Pfalz-Plan investieren wir 5,45 Milliarden Euro in die Zukunft unseres Landes – für ein Land, das seine wirtschaftliche Basis stärkt, gute Arbeit sichert und neue Chancen durch Bildung, Wissenschaft und Digitalisierung eröffnet.“

Geopolitik trifft Mittelstand: Die neue regionale Realität

Geopolitik-Experte Ralf Schuster von der Helaba zeichnete in seinem Vortrag „Großmacht-Poker. Wenn zwei sich streiten…“ ein sachliches und nachvollziehbares Bild der globalen Machtverschiebungen und ihrer Folgen für die regionale Wirtschaft. „Geopolitik ist nicht nur ein Medienthema, das mit bedrohlichen Schlagzeilen Aufmerksamkeit generiert. Sie ist Alltag für den Mittelstand, für die Exportwirtschaft, für jeden, der finanziert werden will oder muss. Wer das nicht versteht, wird von den täglichen Entwicklungen überrollt. Daher benötigen Unternehmen Unterstützung, um in der aktuellen geopolitischen Situation Orientierung zu finden und die komplex erscheinenden Sachverhalte zu verstehen. Dies ermöglicht ihnen auch die wirtschaftlichen Chancen zu identifizieren, die sich aus der Großmachtauseinandersetzung ergeben. Als Sparkassen-Finanzgruppe haben wir es uns zur Aufgabe gemacht diesen Prozess durch Vorträge und Informationsveranstaltungen konsequent zu unterstützen.“

Tourismus erreicht Rekordzahlen: Investitionen entscheiden über Zukunft

Mit Blick auf das Sparkassen-Tourismusbarometer Rheinland-Pfalz 2026, das am 14. September 2026 im Schloß Waldthausen vorgestellt wird und das zum ersten Mal das Tourismusbewusstsein sowie die -akzeptanz bei den Rheinland-Pfälzern untersucht, erläutert Verbandspräsident Thomas Hirsch: „Rheinland-Pfalz ist ein starkes Reiseziel. Im vergangenen Jahr besuchten 8,8 Millionen Gäste Rheinland-Pfalz, das sind 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr – ein stärkerer Zuwachs als im bundesweiten Durchschnitt. Aber Stärke muss man sich erarbeiten, auch bei den Menschen vor Ort. Das Bewusstsein für den direkten Zusammenhang zwischen Tourismus und persönlicher Lebensqualität ist noch ausbaufähig.“

Positive Effekte wie eine Förderung der lokalen Wirtschaft durch den Tourismus werden zwar wahrgenommen, jedoch weniger der Zusammenhang zwischen Tourismus und Freizeit- bzw. Gastronomieangeboten für die eigene Lebensqualität. „Landesweit ist zu sehen, dass die Nachfrage da ist, aber die Ansprüche der Gäste sowie der Anwohnerinnen und Anwohner steigen. Qualität, Digitalisierung und Investitionsbereitschaft entscheiden darüber, wer in diesem Markt langfristig bestehen wird“, ergänzt Prof. Dr. Bernd Eisenstein, Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung.

Wirtschafts- und Tourismusminister Michael Ebling zur Zukunft des Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz: „Der Tourismus ist mit einem jährlichen Bruttoumsatz von über 8 Milliarden Euro eine sehr bedeutende Branche in Rheinland‑Pfalz. Die Erfolgsgeschichte Tourismus in Rheinland-Pfalz wollen wir fortschreiben. Ich freue mich, dass die Sparkassen diesen Weg unterstützen und der Branche große Aufmerksamkeit widmen. Mit dem Sparkassen-Tourismus-Barometer – dessen Ergebnisse wir Mitte September vorstellen werden – liegt eine fundierte Analyse der Tourismuswirtschaft in Rheinland-Pfalz vor. Die Sparkassen sind für viele der Unternehmen ein wichtiger Investitionspartner. Und wir möchten, dass die Betriebe weiter investieren und weiter wachsen können“, so Ebling.

Sparkassen sind wichtige Partner der Wirtschaft

Wirtschaftsminister Michael Ebling ging auch auf die grundsätzlich bedeutende Partnerschaft ein: „Die Sparkassen und das Wirtschaftsministerium haben einen wichtigen Punkt gemeinsam: Wir sind landesweit wichtige Partner für unsere Unternehmen vor Ort. Die Sparkassen arbeiten in der Fläche eng mit unseren vielfältigen mittelständischen Unternehmen zusammen, sie kennen die Betriebe, die Unternehmerinnen und Unternehmer und sind entscheidende Begleiter der wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen“, sagte Ebling. „Gemeinsam sind wir Möglichmacher für unser Land. Für unseren Wirtschafts- und Tourismusstandort, für unsere Energieversorgung, für die Lebensqualität heutiger sowie der künftigen Generationen.“

Frauen in der Finanzwelt und Wohnungsbau: zwei Themen, eine Botschaft: Es braucht Mut

Im Anschluss daran diskutierten Sandra Baumbach (Mitglied des Vorstands der Investitions-und Strukturbank Rheinland-Pfalz, ISB), Marion Mai (Mitglied des Vorstands der LBS Süd), Yvonne Rosenberger (Mitglied des Vorstands der Sparkasse Südholstein), Luzia Welter (Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Kusel), Michaela Volz (Leiterin Human Resources des SVRP) und Roman Frank (Geschäftsführender Direktor des SVRP) die Situation von Frauen in der Finanzwelt – und schnell wird deutlich: Es gibt noch viel Luft nach oben. Bei den rheinland-pfälzischen Sparkassen waren 2025 lediglich vier Prozent der Vorstands- und 29 Prozent der weiteren Führungspositionen weiblich besetzt.

Direkt darauf folgend vertiefte LBS‑Vorständin Marion Mai in ihrem Impuls die aktuelle Lage im Wohnungsbau. „Wohneigentum ist in Deutschland kein Selbstläufer. Die Eigentumsquote von unter 43 Prozent ist der vorletzte Platz in Europa. In Rheinland-Pfalz liegt die Quote bei etwas mehr als 51 Prozent, mit einer sehr breiten Spreizung im Land. Dass nur sechs Prozent der 30- bis 44-jährigen Miethaushalte die Eigenkapitalhürde beim Ersterwerb überwinden können, ist alarmierend – und das ist kein Schicksal, das ist das Ergebnis schwieriger Rahmenbedingungen. Die Politik muss jetzt an den richtigen Stellschrauben drehen: Reform der Grunderwerbsteuer, Freibeträge für Ersterwerber und verlässliche Fördermodelle. Die LBS und die Sparkassen stehen bereit.“

Künstliche Intelligenz in der Kundenbeziehung: Im Dienst der Nähe

Andreas Schelling, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Finanz Informatik, Karl‑Josef Esch, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Mayen und Landesobmann der rheinland-pfälzischen Sparkassen, diskutierten mit Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing Gruppe, die strategische Rolle von KI im Sparkassen-Ökosystem und in der Kundenbeziehung. 

„Künstliche Intelligenz ist fester Bestandteil unseres digitalen Ökosystems für die Sparkassen und prägt immer stärker auch die Kundenbeziehung. Die entscheidende Frage ist dabei nicht mehr ob, sondern wie wir sie einsetzen. Mit dem S-KIPilot bringen wir generative und agentische KI an die Arbeitsplätze in den Sparkassen – ganz ohne Kompromisse bei Sicherheit und Datenschutz. Betrieben in unseren eigenen Rechenzentren verfügt der S-KIPilot über internes Wissen der Sparkassen und des Verbunds und hilft dabei, Kundengespräche fundiert vorzubereiten, Prozesse zu vereinfachen und Routineaufgaben zu beschleunigen. Das schafft echte Entlastung im Arbeitsalltag und mehr Zeit für Beratung. Gleichzeitig wird KI auch verstärkt in den Endkundenlösungen, insbesondere der App Sparkasse zum Einsatz kommen, um die Kundinnen und Kunden in ihrem finanziellen Alltag bestmöglich zu unterstützen“, sagt Andreas Schelling. 

Karl-Josef Esch ergänzt: „KI erweitert die Möglichkeiten, wie wir mit unseren Kundinnen und Kunden kommunizieren. Aber sie ersetzt nicht, was eine Sparkasse ausmacht: das Vertrauen, das über Jahre gewachsen ist“, sagt Karl-Josef Esch, dessen Kreissparkasse Mayen in Rheinland-Pfalz Vorreiter bei der Anwendung von KI ist. „Unser Anspruch ist es, KI so einzusetzen, dass sie unsere Mitarbeitenden stärkt und unseren Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bringt – nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug für effektivere und persönlichere Beratung in hoher Qualität.“

Sparkassen-Systeme sind kritische Infrastruktur: Resilienz ist Pflicht

Künstliche Intelligenz kann den Systemen der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt und speziell im Industrieland Rheinland-Pfalz ein Stützpfeiler für stärkere digitale Resilienz sein. Die Sparkassen sind Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands und tragen eine besondere Verantwortung: Zahlungsverkehr, Bargeldversorgung und Kreditversorgung müssen auch dann funktionieren, wenn es schwierig wird – bei Cyberangriffen, bei geopolitischen Spannungen, bei technischen Ausfällen. 

Transformation und Resilienz gemeinsam denken

„Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Investitionen Transformation in Digitalisierung und KI sowie Nachhaltigkeit und Produktivität voranbringen und gleichzeitig Unternehmen, Kommunen und Regionen resilienter und handlungsfähiger machen“, ergänzt Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing Gruppe. In seinem Vortrag betont Ostermann, wie das Zusammenspiel von Transformation und Resilienz besonders in vier Investitionsfeldern deutlich wird: Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung, IT- und Rechenzentren sowie der Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit. „Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt Unternehmen und Kommunen als langfristiger Partner, diese notwendigen Investitionen zu ermöglichen und damit Resilienz zu stärken. Sie schaffen damit die Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit, Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts.“

Positives Fazit: Haltung gezeigt, Kurs gehalten und Zeichen gesetzt

Verbandspräsident Thomas Hirsch zog ein positives Fazit: „Von Geopolitik über KI bis Wohnungsbau – der Sparkassentag hat einmal mehr bewiesen, dass die Sparkassen mitten in der Gesellschaft stehen. Wir sind nicht nur Finanzdienstleister. Wir sind Partner: für Menschen, Kommunen und den Mittelstand.“ 

Ein besonderes Zeichen setzten der SVRP und die LBS Süd mit der Scheckübergabe für das gemeinsame Kooperationsprojekt „WaldArtenInsel – Vielfalt erleben, Zukunft pflanzen“: Thomas Hirsch und LBS‑Vorstandsvorsitzender Stefan Siebert übergaben im Rahmen des Sparkassentags eine Scheckurkunde über 60.000 Euro an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). 

Die Förderung von SVRP und LBS Süd läuft über drei Jahre und ermöglicht die Anlage kleiner Waldarteninseln mit heimischen Baum- und Straucharten in Rheinland-Pfalz – ausgestattet mit Infotafeln, QR-Codes und Bildungsmaterialien für Schulen, Kitas und Anwohnerinnen und Anwohner. Geplant ist auch die Pflanzung einer Waldarteninsel am LBS-Gebäude in Mainz. 

Roman Frank, Geschäftsführender Direktor des SVRP, ergänzt: „Dieser Tag hat gezeigt: Die Sparkassen in Rheinland-Pfalz sind gut aufgestellt – für die Herausforderungen von heute und die Themen von morgen. Wir haben heute nicht nur diskutiert, wir haben Haltung gezeigt. Sicher, nachhaltig, gemeinsam – das ist kein Slogan, das ist unser Anspruch.“

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Blick von oben auf das Podium beim 2. Rheinland-Pfälzischen Sparkassentag.

Ministerpräsident Gordon Schnieder spricht zum Publikum auf dem 2. Rheinland-Pfälzischen Sparkassentag. © 2026 Dunkelblau Filmproduktion/SVRP

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Thobias Quaß

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